Atme und die Welt verändert sich - Nasenatmung vs. Mundatmung

„Atmen durch die Nase ist vor allem deshalb so gesund, weil man dabei den Mund hält.“ so der Schweizer Theologe, Publizist und Journalist Markus M. Ronner (1938 – 2022). Das ist ein totschlagendes und vermutlich humorvoll gemeintes Argument😉 Aber bei Weitem nicht das einzige, weshalb ich jetzt - zu Beginn des Herbstes und nach der TCM, die Zeit von Lunge, Dickdarm und Nase - noch etwas konkreter auf das Thema Nasen- statt Mundatmung eingehen möchte:

🏭Wenn wir durch die Nase atmen, nutzen wir ihre super Wärme-, Klär- und Befeuchtungsfunktion. Jede Einatmung befeuchtet, reinigt und desinfiziert die Luft gründlich. Schmutzpartikel, Viren und Keime können so bereits abgefangen, entschärft oder sogar neutralisiert werden, bevor sie in den Organismus gelangen. Außerdem wird unsere Atemluft optimal angewärmt. Die Luft, die von der Nase in die Bronchien und Lungen strömt, hat genau die richtige Temperatur, damit unser Körper sie ideal weiter verarbeiten kann. Die Ausatmung durch die Nase bewahrt zudem vor Flüssigkeitsverlust und Austrocknung und hält wertvolle Feuchtigkeit im Körper. Bei der Mundatmung geht all das verloren😢 

👃Natürlich können wir sowohl durch die Nase als auch durch den Mund atmen. Dabei ist die Nasenatmung, die von der Natur vorgesehene, reguläre Atemweise. Die Mundatmung dient als schnelle Möglichkeit, sich nach kurzzeitiger (ursprünglich körperlicher) Anstrengung zu regulieren, um wieder zurück in eine ruhige, alltagstaugliche Atemweise kehren zu können. Atmen wir durch die Nase, bewegen wir genau das Atemvolumen, welches unser Körper für sein biochemisches Gleichgewicht benötigt. Atmen wir jedoch durch den Mund, bewegen wir ein viel größeres Volumen als notwendig, wodurch es zu einer veränderten Sauerstoffversorgung des Körpers kommen kann.
Die Nasenatmung ist zudem viel ruhiger und entspannter als die Mundatmung. Sie aktiviert unseren Parasympathikus, den Teil unseres Nervensystems, welcher für Ruhe und Entspannung zuständig ist und Stress und Anspannung entgegenwirkt.
Wir kennen das auch aus dem Tierreich: Säugetiere atmen meistens ebenfalls eher über die Nase; wobei die Mundatmung der Regulation unter Hitze dient sowie bei großer körperlicher Anstrengung und psychischem Stress einsetzt.
Aber wieder zurück zum Mensch: Leider häufen sich in unserem Alltag nun Faktoren, wie beispielsweise allen vorran der wohlbekannte Dauer- oder chronische Stress, eine ungesunde oder einseitige Körperhaltung, Bewegungsmangel sowie Sprech- und Essgewohnheiten, die dafür sorgen, dass sich das Gehirn dysfunktionale also veränderte Atemmuster, wie die Mundatmung angewöhnt. Solche von unserer Biomechanik abweichende Atemmuster sind langfristig gesehen, unserem Stoffwechsel und unserem Wohlbefinden nicht besonders dienlich. Wenn die Mundatmung zur Regel und chronisch wird, hat das Auswirkungen auf das biochemische Gleichgewicht, von dem eben unser Wohlbefinden und unsere gesundheitliche Verfassung abhängt.

💡Fazit: Die Mundatmung hat ihren Sinn und Zweck. Sie wurde jedoch keinesfalls als Dauerzustand vorgesehen, weshalb im Alltag die Nasenatmung das funktionale Mittel der Wahl sein sollte. Deshalb sind wir gut beraten, uns mit unserer Atmung zu beschäftigen, unsere Nase zu pflegen und zu hegen und unseren Atemcontroller im Gehirn immer wieder an die Nasenatmung zu erinnern und ihn in dieser zu trainieren. Darum meine Einladung:
Nimm dir Zeit für dich und deine Atmung. Schaffe Bewusstheit für deinen Atem. Schenke ihm Aufmerksamkeit in den verschiedensten Situationen: Ob du gerade Entspannst, beim Gehen oder Treppensteigen, beim Sport, beim Essen und Sprechen, abends vor dem Einschlafen und morgens nach dem Aufwachen. Beobachte dich, um herauszufinden, wie du atmest und übe dich Stück für Stück in der Nasenatmung. Je mehr wir durch die Nase atmen und unsere Nase nutzen, desto mehr kann sie uns unterstützen. Desto besser ist ihre Funktionsfähigkeit und desto mehr dient sie dem biochemischen Gleichgewicht, was das Wohlbefinden erhält und sogar steigern kann.

🧘Der Herbst ist da eine gute Zeit mit ein bisschen mehr Achtsamkeit für seine Nase und Atmung zu starten - Nach der TCM ist der Herbst die Zeit von Lunge und Dickdarm und das zugehörige Sinnesorgan ist die Nase. Deshalb lade ich dich zu einer kleinen meditativen Anleitung zur Bewusstmachung deines Atems ein:

  • Finde einen Moment Ruhe. Komm in eine bequeme Position und vielleicht schließt du deine Augen. Setzt die Brille der Neugierde auf, schalte in den Entdeckermodus und beginne zu forschen:
  • Verbinde dich mit deiner Nase und atme über die Nase bewusst ein und aus.
  • Spüre die Luft, die durch deine Nasenlöcher strömt. Versuche mit jedem Atemzug ein wenig tiefer in deine Nasengänge hinein zu spüren.
    Vielleicht kannst du die kleinen Temperaturunterschiede zwischen Ein- und Ausatmung spüren? Die Ausatmung ist etwas wärmer, weil sie - wie wir oben erfahren haben - vom Körper angewärmt wurde. Kannst du wahrnehmen, wie die Luft durch deine Nasengänge strömt?
    Ist es ein gleichmäßiger Fluss oder fühlt es sich an, als wäre ein Nasengang aktiver oder der Luftstrom etwas größer? Auch diese Empfindung kann gut sein, da es unter den Menschen Nasenzyklen gibt. Aber das ist ein anderes Thema...
  • Bleib ein paar Momente bei deiner Nase und atme über sie bewusst, aufmerksam, neugierig und ruhig ein und aus.
  • Beende die Übung, wenn es dir reicht und spüre einen Moment nach. Wie fühlst du dich jetzt? Hat sich deine Empfingung vlt. sogar ein wenig verändert?

Vielleicht konnte ich dein Interesse für das Thema 'Atmung' erreichen. Es würde mich sehr freuen, wenn du dir ab jetzt kleine Momente Atemachtsamkeit schenkst.

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Nasen- vs. Mundatmung
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